Gleitführungen
Wissenswertes im Überblick
Bei Deinhammer entwickeln und liefern wir Gleitführungen für lineare Bewegungen, bei denen Zuverlässigkeit, Wartungsarmut und robuste Funktion im Vordergrund stehen. Unsere Systeme sind eine praxisnahe Alternative zu klassischen Wälzführungen – insbesondere dann, wenn Schmutz, Stöße, Vibrationen oder Reinigungsprozesse die Rahmenbedingungen bestimmen. Gleitführungen überzeugen durch ihre einfache, stabile Konstruktion und durch Gleitelemente aus Hochleistungskunststoffen, die für einen ruhigen Lauf und definierte Reibwerte ausgelegt sind.
Hier möchten wir Ihnen einen Überblick über alle weiterführenden Informationsseiten zu den Gleitführungen von DEINHAMMER geben.
Was sind Gleitführungen?
Gleitführungen sind lineare Führungssysteme, die eine Bewegung gezielt entlang einer Achse führen, indem zwei Bauteile kontrolliert aufeinander gleiten: ein Schlitten mit Gleitelementen bewegt sich auf einer Führungsschiene oder einer Führungsfläche. Im Gegensatz zu Wälzführungen gibt es dabei keine rollenden Körper wie Kugeln oder Rollen. Die Führung entsteht ausschließlich durch die Gleitpaarung – also durch die Kombination aus Gleitelement-Werkstoff, Gegenlaufpartner (Schiene) und der geometrischen Führung.
Der entscheidende Punkt ist: In einer Gleitführung wird die Bewegung nicht „frei“ geführt, sondern über definierte Kontaktflächen. Diese Flächen übernehmen gleichzeitig mehrere Aufgaben: Sie tragen Kräfte, sie führen den Schlitten gegen seitliches Auswandern und Kippmomente, und sie bestimmen maßgeblich Reibung, Verschleiß und Laufverhalten. Durch die größere Kontaktfläche im Vergleich zu vielen Wälzsystemen lassen sich Lasten oft gleichmäßiger verteilen, und die Führung reagiert häufig dämpfender auf Stöße und Vibrationen.
Gleitführungen sind besonders dann interessant, wenn die Anwendung robust und wartungsarm funktionieren soll: In vielen Fällen können sie im Trockenlauf betrieben werden oder benötigen nur eine geringe bzw. gelegentliche Schmierung. Gleichzeitig sind sie konstruktiv oft einfacher, weniger empfindlich gegenüber Schmutz, Staub oder Feuchtigkeit und lassen sich gut an Bauraum, Anschraubbilder oder Sondergeometrien anpassen. Wichtig ist dabei immer eine passende Auslegung: Last, Bewegung, Umgebung und gewünschte Präzision entscheiden darüber, welche Werkstoffpaarung und welche Schienen-/Schlittenausführung die beste Lösung ist.
Führungsspieleinstellung der Gleitführung
Die Gleitelemente sind durch die kreisrunde Form beweglich im Führungsschlitten gelagert. Wenn die seitliche Flanke bzw. die untere Flanke durch die Verstellung der Justierschrauben um die Drehpunkte gekippt werden, so bewegen sich die Gleitelemente von der Führungsschiene weg oder zu dieser hin. Die Gleitelemente richten sich bei Krafteinwirkung wieder normal zur Führungsschiene aus und es ergibt sich so ein neues seitliches und vertikales Führungsspiel.
In dieser Form ist es auch möglich das System spielfrei oder mit Vorspannung einzustellen. Die Vorteile dieses Einstellungssystems liegen in der Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Einstellvorganges. Es ist möglich das einzustellende Führungsspiel zu definieren und zu überprüfen. Ein weiterer Vorteil ist die Tauglichkeit des Systems für hohe mechanische Beanspruchungen. Es kann bei diesem System zu keinen Verklemmungen oder sonstigen Störungen kommen, da keine beweglichen Teile im Spiel sind und die Krafteinleitung mit hoher Steifigkeit erfolgt.
Schlittenkörper der Gleitführung
Der Schlittenkörper besteht in der Standardausführung aus hochfestem Aluminium. Seitliche Schlitze der Gleitführung ermöglichen das Verkippen der Aufnahmen für die Gleitelemente für die Spieleinstellung. Die Position der Gleitelemente und damit des Führungsspieles wird über eine Reihe von Zug- und Druckschrauben eingestellt, die gleichzeitig eine Haltefunktion haben. Durch Verstellung der Zug- und Druckschrauben kann das Führungsspiel verändert werden. An der oberen Anschlussfläche sind 4 bzw. 6 Gewindebohrungen für die Befestigung der Anschlussbauteile vorhanden, deren Lage durch die Konstruktion und die darunterliegenden Gleitelemente bestimmtist. An der Vorderseite sind die Abdeckplatten aus Edelstahl zur Längssicherung der Gleitelemente angebracht. Der Schlittenkörper kann bei Bedarf in hartanodisierter Ausführung bzw. in Stahl oder Edelstahl ausgeführt werden.
Gleitelemente der Gleitführung
DEINHAMMER Gleitführungen zeichnen sich dadurch aus, dass siegrundsätzlich mit Gleitelementen aus beliebigen Werkstoffen bestückt werden können. In der Standardausführung werden die Hochleistungskunststoffe ZX100K und ZX530 verwendet. Während ZX100K seine Stärken bei eher langsam laufenden Anwendungen mit Vibration und Stößen aufweist, wird ZX530 bei schnelleren Anwendungen, bei chemischer Belastung und bei höheren Temperaturen bis 250°C eingesetzt. Als Sonderausführungen werden für Schwerlastanwendungen die Typen ZX410 und ZX324V11T angeboten. Für Hochtemperatur bis zu 550°C steht die Materialtype INKUTHERM 3245 zur Verfügung. Die Gleitelemente sind Verschleißteile und sind bei Bedarf im eingebautem Zustand austauschbar.
Führungsschienen
DEINHAMMER Gleitführungen können auf sehr unterschiedlichen Führungsschienen betrieben werden. Standardausführungen sind eloxierte bzw. hartanodisierte Aluminiumschienen. Hartanodiserte Aluminiumschienen stehen in Form einer T-Profil-Schiene mit integriertem Fuß zur Verfügung. Alle anderen Schienen sind reine Rechteckflachprofile, die auf eine Distanzleiste oder einen entsprechenden Unterbau montiert werden.Eine weitere häufige Ausführungsform sind Stahlschienen, die je nach Anwendungsfall blank gezogen oder geschliffen ausgeführt sind. Bei rauen Umgebungen, bei abrasivem Staub oder wenn die Schienen korrosionsgeschützt werden sollen, werden diese nitriergehärtet.
Bei starker korrosiver Belastung können die Schienen komplett in Edelstahl ausgeführt werden.
Distanzleisten
Wenn Führungsschienen mit Rechteckprofil benutzt werden, so ist als Auflage meist die Verwendung einer Distanzleiste erforderlich. Je nach verwendeter Führungsschiene und Umgebung werden Distanzleisten aus Aluminium (Standardausführung), Stahl oder Edelstahl verwendet.Auslegung, Einbau und Anwendungen von Gleitführungen
Für eine passende Auslegung betrachten wir bei Deinhammer immer das Zusammenspiel aus Last, Bewegungsprofil, Bauraum, Umgebung und gewünschter Präzision.
Beim Einbau achten wir auf saubere Auflageflächen, definierte Befestigung und die richtige Einstellung des Systems.
Unsere Gleitführungen kommen überall dort zum Einsatz, wo lineare Bewegungen zuverlässig geführt werden müssen – besonders in Umgebungen, die für Wälzführungen ungünstig sind.
Genauere Informationen hierzu bekommen Sie bei den jeweiligen Wissensartikeln.
