Gleitlagerbuchsen
Aufbau, Funktionsprinzip und Einsatz im Überblick
DEINHAMMER Gleitlagerbuchsen sind unverzichtbare Maschinenelemente in einer Vielzahl industrieller Anwendungen. Überall dort, wo sich Bauteile relativ zueinander bewegen, sorgen sie dafür, dass Reibung, Verschleiß und Energieverluste minimiert werden. Anders als bei Wälzlagern erfolgt die Bewegung bei Gleitlagerbuchsen durch direktes Gleiten zwischen Welle und Lageroberfläche – ganz ohne rollende Elemente. Dadurch sind sie robust, kompakt und besonders widerstandsfähig gegenüber Schmutz, Stößen und Feuchtigkeit.
Hier möchten wir Ihnen einen Überblick über alle weiterführenden Informationsseiten zu den Gleitlagerbuchsen von DEINHAMMER geben.
Was sind Gleitlagerbuchsen?

Gleitlagerbuchsen – auch Lagerbuchsen oder Gleitbuchsen genannt – sind zylindrische Elemente, die als Lagerstelle für rotierende oder schwenkende Bewegungen dienen. Sie nehmen radiale und axiale Kräfte auf, leiten sie gleichmäßig ab und ermöglichen dadurch einen ruhigen, verschleißarmen Lauf.
Im Unterschied zu Wälzlagern arbeiten Gleitlagerbuchsen mit einer gleitenden Bewegung zwischen Welle und Lagerinnenfläche. Die Reibung wird durch geeignete Werkstoffe und Oberflächenbeschaffenheit so reduziert, dass ein langlebiger, wartungsarmer Betrieb gewährleistet ist.
Einteilige Buchsen werden als geschlossene Ringe gefertigt, während zweiteilige Varianten aus zwei Halbschalen bestehen. Der Aufbau ist einfach, die Funktion hoch zuverlässig – ideal für raue Betriebsbedingungen oder beengte Einbausituationen.
Bauformen reichen von einfachen zylindrischen Muttern über Flanschmuttern bis hin zu Doppelmuttern für spielfreien Lauf. Spezielle einstellbare Muttern oder vorgespannten Systeme kommen überall dort zum Einsatz, wo hohe Positioniergenauigkeit gefordert wird.
Aufbau und Varianten von Gleitlagerbuchsen
Der Aufbau einer Gleitlagerbuchse ist einfach, aber funktional. Sie besteht im Wesentlichen aus einem zylindrischen Körper, der die Welle führt. Je nach Anwendung unterscheidet man verschiedene Varianten:
Zylindrische Buchsen sind der Standard und kommen überall dort zum Einsatz, wo eine reine Radiallagerung erforderlich ist. Bundbuchsen besitzen zusätzlich einen axialen Anschlag, der das Lager fixiert und die Montage erleichtert.
Für spezielle Betriebsbedingungen existieren Varianten mit Längs- oder Kreuznuten, um Schmierstoffe zu verteilen oder Partikel abzuführen. Geschlitzte Buchsen gleichen thermische Ausdehnungen aus und lassen sich einfacher montieren, während Sonderausführungen mit speziellen Wandstärken oder Schmiernutgeometrien für individuelle Anforderungen gefertigt werden.
Die Wahl der passenden Ausführung hängt von Belastung, Bewegung, Umgebung und Einbausituation ab. Eine präzise Auslegung von Passung, Lagerspiel und Toleranz ist dabei entscheidend, um einen optimalen Gleitfilm und einen verschleißarmen Betrieb sicherzustellen.
Werkstoffe für Gleitlagerbuchsen
Die diversen Werkstoffmöglichkeiten im Überblick
Der Werkstoff ist das Herzstück jeder Gleitlagerbuchse und bestimmt maßgeblich deren Leistungsfähigkeit, Lebensdauer und Einsatzbereich. Während klassische Ausführungen aus Metallen wie Bronze, Messing oder Aluminium gefertigt werden, kommen zunehmend Hochleistungskunststoffe zum Einsatz. Diese modernen Materialien bieten entscheidende Vorteile überall dort, wo Korrosionsbeständigkeit, geringes Gewicht oder Wartungsfreiheit gefordert sind.
Bei der Werkstoffwahl spielen neben dem Temperaturprofil vor allem Flächenpressung und Gleitgeschwindigkeit, Medien- und Feuchtebeständigkeit sowie die Paarung zum Gegenlaufpartner eine Rolle. Entscheidend sind Werkstoff und Oberflächenbeschaffenheit der Welle (häufig gehärteter, fein geschliffener Stahl) sowie das konstruktive Setting der Buchse – etwa geschlitzt, gekammert oder im Metallgehäuse verklebt, um Maßhaltigkeit und Lebensdauer auch bei Temperaturwechseln sicherzustellen. Auf dieser Basis werden die ZEDEX-Typen so kombiniert, dass Reibung und Verschleiß minimiert und die geforderte Präzision erreicht wird.
ZX-100K (Allround): Trockenlauf möglich, sehr verschleißfest und dämpfend – ein universeller Werkstoff für Gleitlagerbuchsen in vielen Standardanwendungen.
ZX-530 (Chemikalien/Temperatur): Sehr niedrige Reibung und sehr gute Chemikalienbeständigkeit – ideal für wartungsfreie Gleitlagerbuchsen, auch bei erhöhten Temperaturen.
ZX-410 (präzise/hoch belastbar): Für hohe Flächenpressungen und hohe pv-Werte ausgelegt – dimensionsstabil und geeignet für präzise, belastete Gleitlagerbuchsen.
ZX-324 / Varianten (Hochtemperatur): PEEK-basierte Werkstofffamilie für hohe Lasten – bis in den Hochtemperaturbereich einsetzbar und für anspruchsvolle Lagerstellen.
DEINHAMMER Gleitlagerbuchsen aus Hochleistungskunststoff

DEINHAMMER ist der einzige Anbieter von Gleitsystemen in Österreich, welcher Gleitlagerbuchsen aus Hochleistungskunststoff von ZEDEX verwendet. Diese hochmoderne Lösung für besonders extreme Umgebungsumstände bietet eine Vielzahl an Vorteilen. Vor allem die sehr gute Temperaturbeständigkeit vom dreistelligen Minus- bis zum dreistelligen Plusbereich (bis zu +260°C abhängig vom jeweiligen Modell) sticht dabei hervor.
Weiterhin sind DEINHAMMER Gleitlagerbuchsen wartungs- und schmierfrei und ermöglichen einen einfachen Arbeitsablauf. Sie sind ausdauernd gegenüber chemischen Einflüssen und verschiedenen UV-Strahlungen, verfügen außerdem aufgrund ihrer Konstruktionsweise über eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Schwingungen, Vibrationen und Reibungen. Durch all diese Eigenschaften, besonders in komplizierten Umgebungen, setzen sich die Gleitlagerbuchsen aus Hochleistungskunststoff von DEINHAMMER vermehrt durch, vor allem in der Schwerindustrie, der Schifffahrt, der Forst- und Holzindustrie, sowie an und in industriellen Hochöfen.
Eigenschaften und Vorteile von Gleitlagerbuchsen im Betrieb
Gleitlagerbuchsen aus ZEDEX® Kunststoffen bieten deutliche Vorteile:
Wartungsarm bis wartungsfrei
Gleitlagerbuchsen können – je nach Werkstoff – ohne regelmäßiges Nachschmieren betrieben werden. Das spart Instandhaltungsaufwand, reduziert Stillstandszeiten und ist besonders praktisch, wenn die Lagerstelle schlecht zugänglich ist oder viele Lagerpunkte in einer Anlage vorhanden sind.
Hohe Verschleißfestigkeit und lange Lebensdauer
Gleitlager sind für Dauerbetrieb ausgelegt: Die Kombination aus geeigneter Gleitpaarung (Welle + Buchse), passender Oberflächenqualität und geeigneten Betriebsbedingungen sorgt dafür, dass die Lagerstelle über lange Zeit stabil läuft – auch bei häufigen Bewegungen, wechselnden Lasten oder Schwingungen.
Sicherer Betrieb im Trockenlauf
Ein wichtiger Vorteil vieler Gleitlagerwerkstoffe (insbesondere spezieller Kunststoff-Gleitlager) ist, dass sie auch ohne Fett oder Öl funktionieren können. Dadurch sinkt das Risiko von Ausfällen durch Mangelschmierung, was in staubigen Umgebungen, bei hohen Reinigungszyklen oder dort, wo Schmierstoffe unerwünscht sind, ein echter Pluspunkt ist.
Korrosions- und chemikalienbeständig
Gerade Kunststoff-Gleitlagerbuchsen sind unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und korrodieren nicht. Je nach Werkstoff halten sie zudem vielen Chemikalien stand. Das macht sie geeignet für Anwendungen in nasser Umgebung, in der Lebensmittel- und Pharmatechnik oder in Anlagen, die mit Reinigern oder Medien in Kontakt kommen.
Geringes Gewicht
Kunststoffbuchsen sind deutlich leichter als Metalllager. Das hilft überall dort, wo bewegte Massen reduziert werden sollen (z. B. bei schnellen Achsen) oder wo Konstruktionen insgesamt leichter, einfacher und montagefreundlicher werden sollen.
Stoß- und Schwingungsdämpfung
Gleitlager – besonders aus Kunststoff – dämpfen Vibrationen und Stöße besser als viele Wälzsysteme. Das wirkt sich positiv auf Laufruhe, Geräuschverhalten und die Lebensdauer angrenzender Komponenten aus, weil Belastungsspitzen abgefedert werden.
Geräuscharmer Lauf
Durch den gleitenden Kontakt entstehen oft weniger Laufgeräusche, vor allem bei moderaten Geschwindigkeiten und gut abgestimmter Paarung. Das ist vorteilhaft bei Maschinen in lärmsensiblen Bereichen oder bei Anwendungen, in denen „leiser Betrieb“ ein Qualitätsmerkmal ist.
Kosteneffizienz über den Lebenszyklus
Auch wenn der reine Teilepreis nicht immer ausschlaggebend ist, punkten Gleitlagerbuchsen oft bei den Gesamtkosten: weniger Schmiermittel, weniger Wartung, weniger Ausfälle und meist einfache Montage. Das reduziert die Total Cost of Ownership (TCO) deutlich.
Kompakte Bauweise und einfache Konstruktion
Gleitlagerbuchsen benötigen keine Wälzkörper, keine aufwendigen Laufbahnen und oft weniger Bauraum. Dadurch lassen sie sich sehr kompakt integrieren – ideal, wenn wenig Platz vorhanden ist oder wenn Konstruktionen schlank gehalten werden sollen.
Auslegung und Einbau
Die richtige Auslegung und Montage sind entscheidend für die Lebensdauer einer Gleitlagerbuchse. Zentrale Kennzahl ist der p·v-Wert, der das Verhältnis von Druckbelastung (p) und Gleitgeschwindigkeit (v) beschreibt. Er dient als Richtwert für die Auswahl eines geeigneten Werkstoffs.
Das Lagerspiel muss sorgfältig abgestimmt sein, um sowohl den Aufbau eines Schmierfilms als auch thermische Ausdehnung zu ermöglichen. Zu geringes Spiel führt zu Reibung und Verschleiß, zu großes Spiel zu Vibrationen und Ungenauigkeiten. Ebenso wichtig sind Passung und Toleranzen, die je nach Werkstoff unterschiedlich ausgelegt werden.
Auch der Wellenwerkstoff beeinflusst die Lebensdauer: Eine gehärtete, glatte Oberfläche mit einer Rauheit zwischen Ra = 0,2 – 0,8 µm gilt als ideal. Bei der Montage können Buchsen eingepresst, eingeklebt oder mit Presspassung fixiert werden. Kunststoffbuchsen bieten hier den Vorteil, dass sie sich elastisch an die Bohrung anpassen und dadurch einfach zu montieren sind.
Für anspruchsvolle Anwendungen lassen sich zudem Schmiernuten, Schmierstoffdepots oder spezielle Geometrien integrieren, um die Reibung zu minimieren und den Betrieb zusätzlich zu optimieren.
Anwendung von Gleitlagerbuchsen
Gleitlagerbuchsen sind vor allem im industriellen Bereich anzutreffen. Dies gilt vor allem für widrige Umgebungen, beispielsweise in der Landwirtschaft, im Bergbau, oder in der Schifffahrt, ihre Konstruktionsweise macht sie besonders gegenüber betriebstypischen hohen Drehzahlen und Belastungen widerstandsfähig. Auch die Automobilbranche verwendet vermehrt Gleitlagerbuchsen, um einen möglichst geräuscharmen Funktionsablauf zu garantieren.
Es muss jedoch beachtet werden, dass die verwendeten Werkstoffe und Schmierverfahren die möglichen Anwendungsumgebungen der Buchsen beeinflussen, sowie einschränken. DEINHAMMER Gleitlagerbuchsen eignen sich vor allem für die Forst- und Holzindustrie, Unterwasseranwendungen, beispielsweise bei Motoraufhängungen von Sportbooten, und, aufgrund ihrer exzellenten Beständigkeit gegenüber höchsten Temperaturen, für die Arbeit in Hochöfen. Weitere Anwendungsbeispiele für DEINHAMMER Gleitlagerbuchsen finden sie hier:
Anwendungen Gleitlagerbuchsen
Die Anwendungsmöglichkeiten im Überblick
Vor- und Nachteile von Gleitlagerbuchsen
Zwar setzen sich Gleitlagerbuchsen zuletzt stärker gegen Wälzlager durch, einige Vor- und Nachteile sind jedoch zu beachten. Es ist aber wichtig anzumerken, dass die jeweiligen Faktoren einer Gleitlagerbuchse stark vom jeweiligen Werkstoff, der Umgebung und der ausgesetzten Belastung abhängen. Die folgende Beschreibung der Pros und Kontras von Gleitlagerbuchsen ist gegenüber Wälzlagern zu sehen.
Vorteile von Gleitlagerbuchsen
Zunächst die Vorteile; Gleitlagerbuchsen sind sehr geräuscharm und bieten somit eine gute Eindämmung des Geräuschpegels. Vor allem Kunststoffgleitlagerbuchsen grenzen die Lärmbelästigung ein. Zudem können Gleitlagerbuchsen Schwingungen besser aufnehmen und ausgleichen und abdämpfen, dies ist abhängig vom jeweiligen Werkstoff und der dazugehörigen mechanischen Dämpfung. Sie benötigen zwar nur ein geringes Bauvolumen können aber gleichzeitig vergleichsweise hohe Lasten tragen.
Dazu kommt eine sehr hohe Temperaturbeständigkeit. Gleitlagerbuchsen bieten zudem – anders als Wälzlager – die Möglichkeit des zweiteiligen Einbaus, ihre Konstruktion wird somit deutlich vereinfacht. Sie eignen sich weiterhin für den Betrieb von höchsten Drehzahlen bei einer gleichzeitig hohen Lebensdauer. Zwar werden abhängig vom Werkstoff verschiedene Schmierstoffe (oder eben keine) benötigt, die Verwendung von hydrodynamischen und hydrostatischer Schmierung sorgt jedoch dafür, dass praktisch kaum Verschleiß stattfindet.
Nachteile von Gleitlagerbuchsen
Im Falle von Getrieben, die mit eher geringeren Drehzahlen laufen, kann die entstehende Reibung (Festkörperreibung und Mischreibung) und der damit verbundene starke Verschleiß kaum vermieden werden – gleiches gilt zudem für An- und Ausläufe der jeweiligen Maschinen. Gleitlagerbuchsen sind zudem nicht normiert und standardisiert. Dadurch dass diese bei Wälzlagern vorliegen, sind diese in einer Baugruppe mit geringerem Aufwand zu integrieren.
Schmierverfahren in Gleitlagerbuchsen
Hauptsächlich gibt es zwei Vorgehensweisen. Die erste bildet die Grafitschmierung. Die Gleitlagerbuchse wird in ein Ölbad eingelegt, durch die Erwärmung des Öls tritt es innerhalb der Gleitlagerbuchse aus und verteilt sich darin. Im zweiten Verfahren werden in einigen Abständen bestimmte Nuten in die Buchse gefräst, sodass sich das Schmieröl absetzen kann. Die ständigen Bewegungen sorgen somit für eine selbstständige Schmierung.
Zu beachten ist, dass der verwendete Werkstoff fast immer auch die Schmierung bestimmt. Meistens wird zwar entweder Fett oder Öl verwendet, es existieren aber auch solche Gleitlagerbuchsen, welche keine Schmierstoffe oder aber besondere, wie beispielsweise Kerosin, benötigen. Anders ist es bei den Gleitbuchsen von DEINHAMMER. Dadurch, dass diese besonderen Gleitlagerbuchsen nur aus Hochleistungskunststoff hergestellt werden, wird keine weitere Schmierung oder gar Wartung benötigt, der Arbeitsablauf wird dadurch um einiges ökonomischer.

