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Kunststoffe für Gleitlager

Kunststoffe für Gleitlager

Eigenschaften, Vorteile und Einsatzbereiche im Überblick

Kunststoffe haben sich in der modernen Gleitlagertechnik als leistungsfähige Alternative zu Metall etabliert. Sie bieten eine Kombination aus geringer Reibung, hoher Verschleißfestigkeit sowie Beständigkeit gegenüber Chemikalien und Temperaturen. Mit der richtigen Materialwahl können Kunststoff-Gleitlager klassischen Metalllagern in vielen Anwendungen überlegen sein. Deinhammer setzt dabei ausschließlich auf Hochleistungskunststoffe der ZEDEX®-Serie, die für extreme Betriebsbedingungen – von hohen Temperaturen bis hin zu aggressiven Medien – entwickelt wurden.

Hier möchten wir Ihnen einen Überblick über alle weiterführenden Informationsseiten zu den Hochleistungskunststoffen von DEINHAMMER geben.

Eigenschaften und tribologische Vorteile

Gleitlager aus Kunststoff arbeiten unter gleitender Reibung zwischen Welle und Lagerbuchse. Entscheidend ist daher, dass der Werkstoff einen niedrigen Reibungskoeffizienten und eine hohe Abriebfestigkeit aufweist. Viele technische Kunststoffe sind selbstschmierend – sie kommen ohne zusätzliche Schmierstoffe aus und ermöglichen damit einen wartungsfreien Betrieb. Das reduziert Reibungsverluste, Wärmeentwicklung und Geräuschbildung.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Dämpfung: Kunststoffe absorbieren Vibrationen besser als Metall und tragen so zu einem ruhigeren Lauf und längerer Lebensdauer bei. Der sogenannte PV-Wert (Produkt aus Druck p und Gleitgeschwindigkeit v) dient als Kennzahl für die Belastbarkeit eines Werkstoffs. Hochleistungspolymere wie ZEDEX® ZX-100K oder ZX-530 erreichen hier deutlich höhere Grenzwerte als Standardkunststoffe.

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Hochleistungskunststoffe bei DEINHAMMER im Überblick

ZEDEX® für Gleiten und Lagerungen
INKUTHERM für Hochtemperaturanwendungen

Darüber hinaus sind selbstverständlich auch herkömmliche Kunststoffsorten wie Polyetheretherketon (PEEK), Polyetherimid (PEI), Polyethersulfon (PES), Polysulfon (PSU), Polyphenylsulfid (PPS), Polyamidimid (PAI) sowie Polytetrafluorethylen (PTFE) von DEINHAMMER zu haben.

DEINHAMMER hat 1991 begonnen, mit Hilfe von Hochleistungskunststoffen neue Dimensionen im Maschinenbau zu erreichen. Seither arbeitet DEINHAMMER daran, die Grenzen des mit Kunststoff technisch Möglichen immer weiter zu verschieben. Inzwischen verfügt das Lambacher Unternehmen über Erfahrungsjahrzehnte in der Verbindung von Metall und Hochleistungskunststoff. Das umfangreiche eigene Knowhow in Komponentenfertigung ist ebenso Teil dieses großen Erfahrungsschatzes wie das lebendige Verständnis für die Perspektiven und Wünsche der Konstrukteure wie auch der Betreiber von Anlagen und Maschinen.

Von den Anwendern schlägt DEINHAMMER die Brücke zu den High-End-Kunststofffertigern. Mit einem dieser Produzenten verbindet DEINHAMMER eine langjährige Erfolgspartnerschaft: Wolf-Kunststoffgleitlager in Deutschland. Wolf stellt mit ZEDEX® und INKUFORM eine Komplettpalette an Hochleistungskunststoffen und den entsprechenden Komponenten für Gleiten und Lagerungen, Zahnräder und Normteile sowie Hochtemperaturanwendungen her. DEINHAMMER ist stolz, diese Produktpalette als einziger Wolf-Partner in Österreich exklusiv anbieten zu können.

Was Hochleistungskunststoff kann

Ein Plus von High-End-Kunststoff liegt in seiner chemischen Beständigkeit. Das bedeutet Widerstandsfähigkeit gegen chemische Korrosion sowie gegen Strahlungsenergie (UV-Strahlung eingeschlossen) sowie gegen Chemikalien generell.

Hochleistungskunststoffe sind überall eine gute Wahl, wo Brandgefahr herrscht. Da sie zum Brennen mehr Sauerstoff brauchen als von der Atmosphäre bereitgestellt, zählen sie zu den selbstverlöschenden Materialien. Sie bilden keine Brandherde, entzünden sich nicht in Folge einmaliger Temperaturspitzen, wie sie bei einem Kurzschluss üblich sind.

Unter Druck halten Hochleistungskunststoffe – in Relation zur Bauteilgröße – eine hohe mechanische Belastung aus. Für die Belastbarkeit sorgen eingebettete Mikrofaser- bzw. Mikrokörperverstärkungen aus Carbon, Glas oder Mineralien. Das Ergebnis ist ein sowohl steifes als auch schlagzähes selbstverstärkendes Material.

In vielen Produktionsbereichen ist elektrostatische Aufladung brandgefährlich und ein absolutes No-Go. In Gleitelementen und Kupplungen zum Beispiel, aber auch in der Nähe explosiver Kraftstoffe, im Bergbau, in der Medizintechnik und vielen elektronischen Geräten. Darauf hat auch die Kunststofftechnik reagiert und elektrisch leitende Kunststoffe zu Wege gebracht, die jede elektrostatische Spannung sofort abfließen lassen und Funkenbildung verhindern.

ZX100K (1K)

  • Standard Hochleistungskunststoff
  • Verschleißfest
  • Gute Gleiteigenschaft
  • bis 110°C einsetzbar

ZX530 (5D)

  • Hervorragende Chemikalienbeständigkeit (vergleichbar PTFE)
  • Niedrige Reibung
  • Hohe Formstabilität
  • Verschleißfest bis 200°C

ZX410 (4A)

  • Hohe Belastbarkeit bei hoher Geschwindigkeit
  • Hohe Flächenpressung
  • Geringe Wärmeentwicklung
  • Hohe Festigkeit bis 150°C

ZX324V11T (A3L)

  • Hohe statische Belastbarkeit
  • Verschleißfest bei über 200°C
  • Schlagfest
  • Chemisch beständig
  • Hohe Festigkeit bei 250°C

HochleistungskunststoffeWir liefern alle Kunsstoffe auch als Halbzeug. Sowohl in Platten als auch als Rundmaterial.

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Vorteile gegenüber Metallagern

Im Vergleich zu metallischen Lagern sind Kunststoff-Gleitlager korrosionsfrei, leicht und wartungsarm. Eingemischte Festschmierstoffe wie PTFE oder Graphit sorgen für eine dauerhafte Schmierung, wodurch Nachfetten entfällt. Das geringere Gewicht reduziert die Massenträgheit bewegter Teile – ein wesentlicher Faktor in der Konstruktion von Maschinen und Anlagen.

Auch in akustisch sensiblen Umgebungen spielen Kunststofflager ihre Vorteile aus: Sie dämpfen Schwingungen, mindern Geräusche und ermöglichen präzise Bewegungen selbst bei hohen Flächenpressungen. Zudem bieten Kunststoffe mehr Gestaltungsfreiheit, etwa durch Spritzguss oder CNC-Bearbeitung komplexer Geometrien, und punkten mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis in Serienanwendungen.

Eigenschaften der Hochleistungskunststoffe

Abb. 1: Zulässige Flächenpressung bei unterschiedlicher Dauer (N/mm²)

Abb.3: Gegenüberstellung der eingesetzten Hochleistungsstoffe

Klicken Sie in der Legende auf die entsprechende Charakteristik um diese ein-/auszublenden!

Abb. 2: Zulässige maximale Dauertemperatur (°C)

Abb. 4: Gegenüberstellung der Eigenschaften

Klicken Sie in der Legende auf die entsprechende Kunststoffbezeichnung um diese ein-/auszublenden! Die Ausprägungen der Charakteristiken gehen von 1 = sehr niedrig bis 5= sehr hoch.

Temperaturverhalten bzw. -beständigkeit von Gleitlagern

Ein zentrales Auswahlkriterium für Lagerwerkstoffe ist ihre Temperaturbeständigkeit. Standardkunststoffe wie PA (Polyamid) oder POM (Polyoxymethylen) sind meist nur bis rund 120 °C einsetzbar, während ZEDEX®-Werkstoffe deutlich höhere Werte erreichen.

So bleibt ZX-100K bis +110 °C dauerhaft formstabil und wird deshalb auch als „kleines PEEK“ bezeichnet. ZX-410VMT deckt einen Bereich bis +190 °C ab und eignet sich für hohe Flächenpressungen und Gleitgeschwindigkeiten. Für extreme Anwendungen bis +250 °C stehen Werkstoffe wie ZX-324V11T oder ZX-530CD3 zur Verfügung, die auch bei Temperaturspitzen ihre mechanische Festigkeit behalten.

Diese Hochleistungspolymere zeigen zudem nur minimale Feuchtigkeitsaufnahme und behalten ihre Maßhaltigkeit auch bei wechselnden Umweltbedingungen – ein wichtiger Vorteil gegenüber hygroskopischen Materialien wie PA66.

Typische Werkstoffgruppen

Kunststoffe für Gleitlager lassen sich in drei Hauptgruppen unterteilen:

  • Standard-Thermoplaste – z. B. PA oder POM; preiswert, vielseitig, jedoch begrenzte Temperaturbeständigkeit.
  • Hochleistungskunststoffe – z. B. PEEK, PTFE, PAI oder ZEDEX®-Sonderlegierungen; für hohe Belastungen, Temperaturen und Chemikalienkontakt.
  • Verstärkte Compounds – durch Glas-, Kohlefasern oder PTFE-Füllstoffe optimiert; höhere Steifigkeit, Verschleißfestigkeit und PV-Werte.

Durch diese Materialvielfalt lassen sich Gleitlager exakt an die Betriebsbedingungen anpassen – vom einfachen Kunststoffgleitlager bis hin zu präzisen Hochleistungslagern für den Maschinen- und Anlagenbau.

Zedex Hochleistungskunststoffe im Überblick

Die diversen Werkstofftypen im Überblick

Werkstoff Temperaturbereich Reibwert (trocken) Verschleißfestigkeit Besonderheiten
ZX-100K −100 °C bis +110 °C gering hoch Allround-Werkstoff, keine Wasseraufnahme, FDA-konform
ZX-410VMT −100 °C bis +190 °C gering sehr hoch Hohe Druckfestigkeit, präzise bei Temperaturschwankungen
ZX-530 −100 °C bis +240 °C sehr gering sehr hoch PTFE-basiert, selbstschmierend, chemisch extrem beständig
ZX-324V11T −100 °C bis +250 °C gering extrem hoch PEEK-Basis, hohe Formstabilität und Festigkeit bei 250 °C

Diese Werkstoffe ermöglichen Anwendungen, bei denen klassische Metalle oder einfache Kunststoffe versagen – etwa in der Chemieindustrie, in Hydraulikanlagen oder bei dauerhaftem Trockenlauf.

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Anwendungsfelder

Kunststoff-Gleitlager kommen in nahezu allen industriellen Bereichen zum Einsatz – vom Maschinenbau über die Energie- und Umwelttechnik bis zur Medizintechnik. Typische Beispiele sind:

  • Führungen und Lagerungen in Schleusentoren, Pumpen, Turbinen und Wasseranlagen.
  • Bewegungs- und Spindelmuttern in präzisen Positioniersystemen.
  • Gleitlagerbuchsen in Fahrzeugtechnik, Lebensmittelmaschinen und Messsystemen.
  • Dichtungen, Laufrollen und Zahnräder in anspruchsvollen tribologischen Umgebungen.

Je nach Einsatz werden unterschiedliche ZEDEX®-Materialien gewählt – von ZX-100K für universelle Anwendungen bis ZX-530CD3 für aggressive Medien.

Wissenswertes zu Kunststoffe

Für jede Anwendung der passende Kunststoff