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Gleitlager oder Kugellager

Gleitlager vs. Kugellager

Unterschiede, Vorteile und Einsatzbereiche im Überblick

In Maschinen und Anlagen übernehmen Lager eine zentrale Rolle: Sie stützen rotierende oder lineare Bewegungen und reduzieren Reibung. Konstrukteure stehen dabei häufig vor der Entscheidung zwischen Gleitlagern und Kugellagern – zwei Lagerarten mit gleichem Grundzweck, aber unterschiedlichen Funktionsprinzipien. Während Gleitlager auf flächigem Kontakt beruhen, nutzen Kugellager rollende Elemente zur Reibungsreduzierung. Die Wahl hängt von Drehzahl, Belastung, Umgebung und Wartungsanforderung ab. Dieser Artikel zeigt die wesentlichen Unterschiede, erläutert typische Einsatzfelder und gibt Orientierung für die Werkstoffwahl moderner Gleitlager.

Hier möchten wir Ihnen einen Überblick über alle weiterführenden Informationsseiten zu den Gleitlager von DEINHAMMER geben.

Funktionsprinzip und Reibung

Bei Gleitlagern gleitet die Welle direkt in einer Buchse oder Lagerschale. Zwischen beiden Flächen wirkt Gleitreibung, deren Stärke vom Reibungskoeffizienten, der Flächenpressung und gegebenenfalls einem Schmierfilm abhängt. Ohne Schmierung entsteht kurzzeitig Haftreibung, danach Gleitreibung.
Kugellager gehören zur Gruppe der Wälzlager. Sie besitzen rollende Elemente zwischen Innen- und Außenring, wodurch Rollreibung entsteht – diese ist deutlich geringer als Gleitreibung.

Das bedeutet: Kugellager sind bei hohen Drehzahlen besonders energieeffizient, da weniger Wärme entsteht. Gleitlager punkten dagegen bei niedrigen Geschwindigkeiten, oszillierenden Bewegungen oder dort, wo Anlaufmomente minimiert werden müssen.

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office@deinhammer.at

Aufbau und Eigenschaften

Ein Gleitlager besteht meist aus einer zylindrischen Buchse und der darin bewegten Welle. Der Spalt ist minimal und dient zur Aufnahme eines Schmierfilms oder eines gleitfähigen Zwischenstoffs. Aufgrund der einfachen Bauform sind Gleitlager kompakt, unempfindlich gegen Schmutz und lassen sich in engen Bauräumen einsetzen.

Die Werkstoffwahl ist entscheidend für Lebensdauer und Leistungsfähigkeit. Klassisch kommen Bronze oder Sintermetalle zum Einsatz, zunehmend jedoch Hochleistungskunststoffe. Moderne Polymerwerkstoffe wie ZEDEX® vereinen geringe Reibung, hohe Flächenpressung und chemische Beständigkeit – oft ohne externe Schmierung.

Beispiele:

  • ZX-100K – Polymerlegierung bis ca. 110 °C, ideal bei geringer Reibung, Unterwasser- und Lebensmittelanwendungen.
  • ZX-410 – faserverstärkter Werkstoff bis 200 °C, mit hoher Steifigkeit und Verschleißfestigkeit im Trockenlauf.
  • ZX-530 – PTFE-/Keramik-Compound mit Temperaturbereich –100 °C bis +240 °C, für wartungsfreie Lager unter chemischer Belastung.
  • ZX-324V11T – Hochtemperatur-Peek bis 250 °C, mit exzellenter Chemikalienresistenz und Maßstabilität.

Diese Kunststoffe machen Gleitlager besonders vielseitig – vom Maschinen- und Anlagenbau bis zu sensiblen Bereichen in der Lebensmittel- oder Energietechnik.

Vorteile der DEINHAMMER Gleitlager gegenüber Kugellagern

Deinhammer Gleitlager aus Kunststoff

Obwohl Kugellager und allgemein Wälzlager noch immer die vorherrschende Lagerart weltweit sind, hat in den letzten Jahren ein gewisser Siegeszug der Gleitlager begonnen. Gleitlager und Gleitlagerbuchsen, insbesondere diese aus Hochleistungskunststoff, wie sie von DEINHAMMER produziert und angenommen werden besitzen eine große Menge an Vorteilen gegenüber Kugellagern, vor allem in der Schwerindustrie und solchen Umgebungen in denen extremste Umstände herrschen.

DEINHAMMER Gleitlager und Gleitlagerbuchsen erlauben den Betrieb von hohen und höchsten Drehzahlen bei vergleichsweise sehr hoher Lebensdauer. Sie benötigen dabei gegenüber Kugellagern weder Wartung noch Schmierung, sind schmutzunempfindlich (ein weiterer Pluspunkt für besonders widrige Umgebungen), einfach zu montieren und unkompliziert in ihrer Anwendung.

Der Verschleiß von DEINHAMMER Gleitlagern und Gleitlagerbuchsen aus Hochleistungskunststoff bleibt dabei selbst bei höchsten Belastungen (radial oder axial) gering, weiterhin sind sie platzsparend anzubringen. Außerdem sind sie schwingungs- und drehdämpfender als manche herkömmlichen Kugellager und verfügen über eine hohe Temperaturunempfindlichkeit (sowohl im +°C als auch im -°C Bereich).

Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sie im Gegenzug zu Kugellagern und Wälzlagern sich zwar in den einzelnen Werkstoffen unterscheiden, ansonsten sich die Formen von Gleitlagern gegenüber derer der Kugellager gering halten und somit eine Übersicht über die zu Verwendung bereitstehenden Formen gegeben ist.

Deinhammer Gleitlager aus KunststoffNachteile der Gleitlager gegenüber Kugellagern

Vor allem im Alltag, in Fahrrädern oder Inline-Skates, der Automobilindustrie, aber auch in der Landwirtschaft, Motoren oder Werkzeugmaschinen sind Kugellager anzutreffen. Dies ist einer ihrer Vorteile; da sie in sehr vielfältigen Bereichen verwendet werden, sind sie gegenüber Gleitlagern in einer internationalen Norm (DIN-Norm) standardisiert. Ihre Konstruktionsart und -weise macht sie vor allem gegenüber Reibungen unempfindlich, weswegen bei ihrer Verwendung stets ein reibungsarmer Ablauf gewährleistet ist. Sie benötigen dabei kaum Kühlung müssen aber gegebenenfalls vorgespannt und regelmäßig gewartet und geschmiert werden. Rein trivial gesagt, sind Kugellager ein typischer Allrounder, sie können vielfältige Funktionen haben und diese gut ausführen.

Die Einsatzbereiche im Überblick

Die diversen Einsatzmöglichkeiten der beiden Arten

Kriterium Gleitlager Kugellager
Reibungsart Gleitreibung Rollreibung
Drehzahlverhalten Ideal bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen Optimal bei hohen Drehzahlen
Belastbarkeit Hohe Flächenpressung, stoßunempfindlich Punktuelle Belastung, empfindlich gegen Stoßlast
Schmierung Trockenlauf oder Festschmierstoffe möglich Zwingend notwendig für Dauerbetrieb
Wartung Wartungsarm bis wartungsfrei Regelmäßige Nachschmierung erforderlich
Umgebungsbedingungen Robust gegen Staub, Schmutz und Feuchtigkeit Empfindlich gegenüber Schmutzpartikeln
Baukosten Einfacher Aufbau, geringe Kosten Aufwendiger, höhere Präzisionsanforderungen

Diese Werkstoffe ermöglichen Anwendungen, bei denen klassische Metalle oder einfache Kunststoffe versagen – etwa in der Chemieindustrie, in Hydraulikanlagen oder bei dauerhaftem Trockenlauf.

Energieeffizienz und Verschleißverhalten

Bei hohen Drehzahlen arbeitet das Kugellager dank geringer Rollreibung besonders effizient. Es wandelt nur rund 1 % der Energieverluste eines vergleichbaren Gleitlagers in Wärme um. Bei niedrigen Geschwindigkeiten hingegen kann das Gleitlager seine Stärke ausspielen, da es keine Mindestdrehzahl zur Schmierfilmbildung benötigt.

Das Verschleißverhalten unterscheidet sich ebenfalls: Gleitlager unterliegen bei Trockenlauf einem gewissen Abrieb, wobei weichere Werkstoffe bewusst den Wellenverschleiß verhindern. Wälzlager verschleißen dagegen meist durch Materialermüdung oder Mangelschmierung.

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Anwendungen in der Praxis

Gleitlager werden bevorzugt eingesetzt, wo Stoßbelastungen, oszillierende Bewegungen oder extreme Umgebungsbedingungen auftreten. Typische Anwendungsfelder sind:

  • Schwerlastgelenke im Maschinenbau
  • Lagerungen in Hydraulikzylindern und Pressen
  • Führungs- und Schwenklager in der Holz- und Lebensmitteltechnik
  • Trockenlaufanwendungen in Förderanlagen
  • Wasser- und Chemikalien-exponierte Bereiche in der Energietechnik

Kugellager dominieren dagegen in Hochgeschwindigkeitsanwendungen mit geringer Last, etwa in Elektromotoren, Werkzeugspindeln oder Gebläsen.

Wissenswertes zu Gleitlager

Für jede Anwendung das passende Gleitlager