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INKUTHERM 3245

Der Inkutherm 3245 erklärt

Aufbau, Eigenschaften und Einsatz im Überblick

INKUTHERM 3245 ist ein tribologisch leistungsfähiger Hochtemperaturwerkstoff für Lager- und Dichtelemente, die im Trockenlauf oder in Mischreibung arbeiten. Er kommt überall dort zum Einsatz, wo Medien eine Ölschmierung ausschließen, etwa bei Wasser, Benzin oder fettlösenden Reinigern. Neben stabilen Reibeigenschaften überzeugt der Werkstoff durch hohe chemische Robustheit und eine außergewöhnlich hohe Drucktragfähigkeit.

Ein leistungsfähiger Hochleistungskunststoff für hohe Temperaturen

Bundbuchse aus Hochleistungskunststoff

INKUTHERM 3245 ist im Portfolio der Hochleistungskunststoffe ein Drucktragfähigkeits-Spitzenreiter: Als Richtwert gelten ~250 N/mm² unter Dauerlast, abhängig von Sitz, Temperatur und Gegenlaufpartner.

Damit adressiert der Werkstoff Anwendungsfälle, in denen klassische Polymere oder selbst metallische Lösungen an Grenzen stoßen (Stichworte: Fressen, Kaltverschweißen, Oxidation). Für die Werkstoffwahl ist das Zusammenspiel aus zulässiger Flächenpressung, pv-Belastung und Temperatur entscheidend; INKUTHERM 3245 schiebt hier die Grenze deutlich nach oben, wenn Schmierung fehlt oder nicht wirken kann.

Beschreibung

Aufgrund seiner guten Gleiteigenschaften und seiner hohen chemischen Beständigkeit ist INKUTHERM 3245 das adäquate Material, die im Trockenlauf oder Mischreibungszustand in Pumpen eingesetzt werden. Seine besonderen Qualitäten spielt der Werkstoff aus, wenn er von fettlösenden Mitteln umspült wird. Er ist dann gefragt, wenn der Einsatz anderer Werkstoffe aufgrund hoher Korrosion nicht möglich ist, Flüssigkeiten ohne Schmierwirkung (wie Wasser und Benzin) gefördert werden oder die Temperaturen schon außerhalb des Bereichs liegen, der für Schmieröle zulässig ist.

Eigenschaften

  • hohe chemische und thermische Beständigkeit
  • gute Wärmeleitfähigkeit
  • gute Gleiteigenschaften und
  • lange Lebenszyklen

Anwendung

Aufgrund der guten Gleiteigenschaften und der guten chemischen Beständigkeit wird INKUTHERM 3245 im Trockenlauf und Mischreibungszustand verwendet und kommt als Lager und Dichtungen in Pumpen zum Einsatz. INKUTHERM 3245 wird dort eingesetzt, wo
  • die Werkstoffe von fettlösenden Mitteln umspült werden,
  • der Einsatz anderer Werkstoffe aufgrund hoher Korrusion nicht möglich ist,
  • Flüssigkeiten ohne Schmierwirkung wie Wasser und Benzin gefördert werden.
  • die Temperatur ausserhalb des für Schmieröle zulässigen Temperaturbereichs liegt.

Bearbeitungshinweise:

  • nass und trocken in allen gebräuchlichen Werkzeugmaschinen bearbeitbar
  • Schleifen und Honen generell nur nass
  • Wechseln von Nass- und Trockenbearbeitung an derselben Maschine möglichst vermeiden
  • Bei Trockenbearbeitung ist eine Absaugeinrichtung erforderlich, geschmierte Gleit- bzw. Führungsteile sind bei der Bearbeitung abzudecken.
  • Trennen von INKUTHERM 3245 erfolgt mit brunzegebundenen Diamant-Trennscheiben, Körnung 200-300μm, Schnittgeschwindigkeit 50-60m/s.
  • Beim Drehen sollte das Werkstück mit Spannzangen, oder mit Spannbuchsen gehalten werden.
  • Der Spanndruck muss auf eine möglichst große Fläche verteilt werden. Grundsätzlich lässt sich das Material mit Hartmetallschneiden der Qualität K01 bearbeiten. Bei Toleranzen unter IT7 empfehlen wir jedoch den Einsatz von Drehdiamanten. Durch Anbringen von Fasen oder Radien an den Enden der Werkzeuge werden Ausbrüche am Werkstück weitgehend vermieden.
  • Fräsen erfolgt mit Hartmetall- und Diamantwerkzeugen. Der Freiwinkel sollte nicht unter 10° liegen.
  • Bohren: Es kommen Hartmetallbohrer der Qualität K 05 zum Einsatz. Um Ausbrüche beim Bohreraustritt zu vermeiden, sollte der Spitzenwinkel 70-100° und der Freiwinkel 10-15° betragen.
  • Zum Schleifen von INKUTHERM 3245 empfehlen wir Schleifscheiben mit einer Gefügedichte zwischen 6 und 9 nach DIN 69100.
  • Honen: zum Honen werden Siliciumcarbid-Steine mit einer Körnung 69-99 verwendet. Die gebräuchlichen Honöle sind zu verwenden.
  • Läppen: Verwendet werden Läppulver aus Aluminiumoxid und Siliciumcarbid in Korngrössen 12-16. Nach der Bearbeitung müssen die Teile von den Hilfsstoffen (Honöl, Läpp- und Polierpulver) gereinigt werden.
  • Kleben: Die Oberflächen müssen staub- und fettfrei sein. Als Klebstoffe werden Polyester-, Phenolharz-, Epoxidharz- und Siliconharzklebstoffe verwendet. Für den Hochtemperaturbereich kommen außerdem keramische Klebstoffe auf der Basis von Aluminiumoxid oderZirkonoxid zum Einsatz.
  • Bei speziellen Anforderungen fragen Sie bitte bei unserer Anwendungstechnik an.

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office@deinhammer.at

Temperatur- und Atmosphärenfenster

In oxidierender Atmosphäre sind Dauerbetriebstemperaturen um ~400 °C realistisch; in sauerstoffarmer bzw. reduzierender Umgebung lassen sich ~550 °C erreichen. Für die Auslegung sind Aufheiz-/Abkühlzyklen, Gegenlaufpartner und das Medium mitzudenken, da sie Maßhaltigkeit, Reibzahl und Standzeit beeinflussen.

In der Praxis bewährt sich eine Validierung der konkreten Betriebsrandbedingungen durch Versuche, besonders bei kombinierten Temperatur-/Druck-Spitzen.

Mechanische und tribologische Einordnung

Werkstoff pdauer (N/mm²) Tmax (typ.) Stärken / Empfehlung
ZX-530 ~25 ~200–240 °C Chemie + Trockenlauf bei moderater T.
ZX-324V11T ~40 ~250 °C Tribologisch stark @ hoher T., zäh.
ZX-410 ~50 ~150–180 °C Hohe v & Maßhaltigkeit.
INKUTHERM 3245 ~250 400/550 °C Hoch-p @ Hoch-T ohne/mit wenig Schmierung.

Typische Anwendungen

In Pumpenlagern und Dichtungsringen behauptet sich INKUTHERM 3245 dort, wo Medien keine Schmierung zulassen und gleichzeitig hohe Temperaturen sowie Druckspitzen auftreten. Die Kombination aus tribologischer Stabilität im Trocken- bzw. Mischreibungsbetrieb und chemischer Resistenz führt nachweislich zu längeren Standzeiten und reduzierten Wartungsintervallen.

Ähnlich vorteilhaft wirkt der Werkstoff in Heißgas-/Heißluft-Kontaktführungen: Unter oxidierenden Bedingungen ist das Layout auf Oxidation und thermische Zyklen abzustimmen; herrscht reduzierende Atmosphäre, stehen zusätzliche Temperaturreserven bis in den Bereich von ~550 °C zur Verfügung.

Auslegungslogik für Konstruktion

Für Trockenlauf mit Temperaturwechseln hat sich ein leicht positives Radialspiel bewährt. Presssitze sind so auszulegen, dass die thermische Dehnung der Buchse sicher kompensiert wird; bei schwierigen Montagesituationen können geschlitzte Buchsen Vorteile bringen.

Der Gegenlaufpartner sollte hart und fein geschliffen sein, um Reibzahl und Verschleiß in der Einlaufphase stabil zu halten. Schließlich beeinflussen Aufheiz- und Abkühlrampen das Präzisionsverhalten: Definierte Zyklen senken das Risiko von Maßdrift und randzonigen Veränderungen an der Gleitfläche.

Bearbeitung und Montage

INKUTHERM 3245 ist sehr gut spanend zu bearbeiten; für enge Toleranzen empfehlen sich Hartmetall- bzw. Diamantwerkzeuge mit scharfen, glatten Schneiden. Für Drehen und Fräsen sind K-Qualitäten bzw. PCD erste Wahl, mit ausreichendem Freiwinkel zur Schonung der Kante. Beim Bohren haben sich HM-Werkzeuge der Klasse K05 mit 70–100° Spitzenwinkel und 10–15° Freiwinkel bewährt, um Ausbrüche zu vermeiden.

Schleifen und Honen erfolgen ausschließlich nass:  Beim Schleifen kommen Scheiben mit Gefüge 6–9 (DIN 69100) zum Einsatz; zum Honen eignen sich SiC-Steine (Körnung 69–99) mit gebräuchlichen Honölen. Für das Läppen werden Al₂O₃- und SiC-Pulver (Korngröße 12–16) genutzt; eine gründliche Reinigung nach der Bearbeitung ist Pflicht. Bei Klebungen müssen die Oberflächen staub- und fettfrei sein; Polyester-, Phenol-, Epoxid- und Siliconharze sind erprobt, für den Hochtemperaturbereich stehen keramische Kleber auf Al₂O₃/ZrO₂-Basis zur Verfügung. Ergänzend gelten die allgemeinen ZEDEX-Bearbeitungshinweise zu Kühlung, Spanabfuhr und Werkzeugzustand.

Hinweise zur Materialbeständigkeit und Temperaturgrenzen

Bei Hochtemperaturanwendungen ist die Glasübergangstemperatur (Tg) ein zentraler Marker. Oberhalb Tg ändern sich die mechanischen Kennwerte deutlich; bereits eine Überschreitung um ~20 % kann die Eigenschaften drastisch reduzieren. Daraus folgt: Werkstoffkennwerte bei 20 °C sind für die Heißauslegung nicht maßgeblich, vielmehr müssen pv-, Temperatur- und Medienbedingungen gemeinsam betrachtet und – wo nötig – mit Versuchen abgesichert werden. Für Chemikalieneinfluss stehen relative Beständigkeitsübersichten, alphabetische Chemikalienlisten, Synonym- und Gruppenlisten zur Verfügung; sie erleichtern die Vorauswahl, ersetzen aber keine praxisnahe Prüfung im Grenzfall.

Wissenswertes zu Kunststoffe

Für jede Anwendung der passende Kunststoff