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Arten von Gleitführungen

Arten von Gleitführungen

Aufbau, Auswahlkriterien und Einsatz im Überblick

Gleitführungen sind Linearführungen, bei denen ein Schlitten direkt auf Führungsflächen gleitet – ohne Wälzkörper. Dadurch entsteht eine großflächige Kontaktzone mit niedriger Flächenpressung, hoher Dämpfung und robuster Funktion auch in rauen Umgebungen. Bauform, Werkstoff und Einstellbarkeit bestimmen Steifigkeit, Reibung, Lebensdauer und Wartungsbedarf.

Hier möchten wir Ihnen einen Überblick über alle weiterführenden Informationsseiten zu den Gleitführungen von DEINHAMMER geben.

Bauformen im Überblick

Prismatische / Schwalbenschwanz-Gleitführungen

Deinhammer Gleitführungen

V-, trapez- bzw. Schwalbenschwanzprofile erzeugen eine formschlüssige Zwangsführung mit sehr hoher Steifigkeit, Tragfähigkeit und guter Aufnahme von Querkräften. Moderne Ausführungen kombinieren geschabte/geläppte Bahnen mit Kunststoffgleitbelägen für ruckfreien Lauf ohne Stick-Slip; die Reibung liegt über Wälzführungen, ist aber durch die Dämpfung oft vorteilhaft für Präzisionsmaschinen. Typische Einsatzfelder sind Werkzeugmaschinen und schwere Montageachsen.

Flach- und Blockführungen

Deinhammer Gleitführung DKLF0

Breite, ebene Führungsbahnen verteilen Lasten über große Flächen, reduzieren Vibrationen und sorgen für einen stabilen, ruhigen Lauf. Gleitbeläge (z. B. PTFE-/PEEK-Modifikationen) senken Reibwerte und ermöglichen automatische Nachschmierung durch eingebettete Reservoire. Nicht verstellbare Blockführungen sind konstruktiv einfach, robust und kosteneffizient für gleichmäßige Belastungen.

Runde Führungen / Hülsenführungen

rundfuerhung-geschlossen-3d

Rundwellen mit passenden Gleitlagerbuchsen erlauben kompakte, montagefreundliche Linearbewegungen. Polymerbuchsen laufen trocken und schmiermittelfrei, tolerieren Fluchtungsfehler besser als Profilschienen und sind unempfindlich gegenüber Staub/Spänen – eine Alternative zu Kugelbuchsen. Typische Anwendungen: Handhabung, Verpackung, Leichtbau.

Lineare Schienen-Gleitführungen (Schiene + Schlitten)

Gleitführung DKLF2

Modulare Systeme mit Schiene (Alu/Stahl) und Schlitten mit austauschbaren Gleit­einsätzen aus Hochleistungskunststoffen verbinden Führungsgenauigkeit mit leisem, fettfreiem Lauf. Viele Systeme sind maßkompatibel zu Kugelumlaufführungen („gleiten statt rollen“) – der Wechsel gelingt 1:1. Bei Verschleiß lassen sich die Gleit­einsätze tauschen.

Verstellbarkeit und Spieleinstellung von Gleitführungen

Die Verstellbarkeit und Spieleinstellung ist eines der wichtigsten Merkmale von Gleitführungen, weil wir damit das System gezielt an die Anwendung anpassen können – von leichtgängig und tolerant bis sehr präzise und nahezu spielfrei. Grundsätzlich entsteht „Spiel“ in einer Gleitführung durch die notwendige Passung zwischen Schlitten und Schiene: Ist das Spiel zu groß, leidet die Führungsgenauigkeit und der Schlitten kann unter Last eher kippen oder seitlich ausweichen; ist das Spiel zu klein, steigen Reibkraft, Temperaturentwicklung und das Risiko von Klemmen – vor allem bei thermischer Ausdehnung, Montageungenenauigkeiten oder Verschmutzung.

Genau hier setzt die Einstellbarkeit an: Über einstellbare Geometrien am Schlitten (z. B. Klemm- oder Keilprinzip, Justierschrauben oder definierte Einstellflächen) wird der Anpressdruck der Gleitelemente auf die Schiene verändert. Dadurch können wir das Führungsspiel und damit direkt die Verschiebekraft (Handkraft/Antriebsleistung), die Steifigkeit und die Positioniergenauigkeit beeinflussen. In der Praxis wird die Führung häufig zunächst so eingestellt, dass sie über den gesamten Hub gleichmäßig läuft, ohne merkliche „harte Stellen“, und anschließend wird das Spiel in kleinen Schritten reduziert, bis der gewünschte Kompromiss aus Präzision und Leichtlauf erreicht ist.

Besonders wichtig ist dabei, dass die Einstellung immer unter realistischen Bedingungen erfolgt: mit montierter Last, in der vorgesehenen Einbaulage und unter Berücksichtigung der Temperatur, weil Wärmeausdehnung und Belastung das Spiel verändern können. Für präzise Anwendungen kann eine definierte, geringe Vorspannung sinnvoll sein, um Umkehrspiel zu minimieren; bei schmutz- oder staubbelasteten Umgebungen ist dagegen oft eine etwas „tolerantere“ Einstellung vorteilhaft, damit Partikel nicht sofort zu erhöhten Reibkräften führen. Richtig eingestellt sorgt die Spieleinstellung dafür, dass die Gleitführung gleichmäßig, reproduzierbar und langlebig arbeitet – und sie bietet gleichzeitig einen praktischen Wartungsvorteil: Wenn sich die Gleitelemente über die Zeit einlaufen, kann das Spiel in vielen Fällen nachjustiert werden, ohne die komplette Führung sofort tauschen zu müssen.

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Auswahlkriterien und Auslegung von Gleitführungen

  • Belastung & Genauigkeit. Prismatische Führungen liefern höchste Steifigkeit; Flachbahnen punkten bei Dämpfung; Rundführungen sind montagefreundlich und fehlertolerant; Schienen-Gleitführungen sind modular und wartungsarm.
  • Geschwindigkeit & Reibung. Polymer-Gleitführungen haben höhere Reibung als Wälzführungen, dämpfen aber besser und laufen geräuscharm – in vielen Umgebungen ohne Schmierfette.
  • Umgebung. Staub, Späne, Feuchtigkeit und Chemikalien sprechen für trockenlaufende Polymerlösungen; dank großflächiger Kontaktzonen sind weichere Gegenwerkstoffe (z. B. Aluminium) möglich und der Lauf bleibt leise.
  • Wartung. Austauschbare Gleiteinsätze und nachstellbares Spiel reduzieren Stillstandzeiten und Gesamt­kosten über den Lebenszyklus.

Vergleich zu Wälzführungen

Gleitführungen bieten höhere Dämpfung, robustes Verhalten bei Schmutz und schmiermittelfreien Betrieb; Wälzführungen glänzen bei sehr niedrigen Reibwerten und hoher Dauerpräzision bei hohen Verfahrgeschwindigkeiten.

Eine ausführliche Gegenüberstellung – inklusive Einsatzgrenzen und 1:1-Austauschhinweisen – findet sich im separaten Wissensartikel zu „Gleitführungen vs. Wälzführungen“.

Typische Anwendungen

Von Werkzeugmaschinen und Bearbeitungszentren über Verpackungs- und Handhabungsanlagen bis zu Fahrzeug- und Holzindustrie: Gleitführungen werden eingesetzt, wenn robuste, präzise und leise lineare Bewegungen gefragt sind – häufig mit Vorteil in staubigen oder chemisch belasteten Umgebungen sowie bei Bedarf an Trockenlauf.

Gleitführungen – Wissenswertes

Weitere Informationen zu Deinhammer Gleitführungen im Überblick